Freitag, 12. Juni 2009

Das Leben des Roman Bellic




Die Sonne ging in einem hellen Rot Ton am Horizont auf und tauchte die Skyline Liberty Citys in ein friedliches Licht.
Kaum jemand war um diese Uhrzeit unterwegs, bis auf die Kleinkriminellen und Nachtarbeiter. Und Roman Bellic.
Erneut saß er in seinem Taxi am Flughafen der Stadt. Wartete auf seinen Fahrgast. Eine dieser "nervenden, unendlich redenden Rentnerinnen, die aus ihrem Urlaub aus Vice City zurückkommen", wie er immer sagte.

Seit einer Stunde wartete er schon - der Flug hatte Verspätung, doch sein Taxi war reserviert, er musste dort stehen bleiben. Er stützte seinen Kopf auf seinem Arm ab, der auf dem geöffneten Fensterrahmen der Autotür ruhte. Die Augen wurden schwerer, denn erneut hatte er eine gesamte Nacht pöbelnde Jugendliche und betrunkene Leute durch die Stadt kutschiert. Endlich trat eine ältere Frau aus dem Flughafen aus. Im Schlepptau einen Wagen mit mehreren Koffern. Roman räusperte sich, ging sich nochmal durch das fettige Haar, rückte den Kragen seines gelb/schwarz gemusterten Hemdes zurecht und stieg aus.
"Willkommen zurück in ....", wollte er die Frau begrüßen, in Hoffnung auf ein etwas größeres Trinkgeld, doch diese schnürte ihm in einem harrschen Ton den Satz ab:
"Hören Sie auf Süßholz zu raspeln und verstauen Sie mein Gepäck lieber im Taxi, sie Nichtsnutz. Ich musste schon eine Stunde mehr auf mein eigenes Bett zuhause verzichten, weil diese verdammten Terroristen angeblich eine Bombe in dem Flugzeug versteckt hatten. Und jetzt muss ich mir nicht noch ihr Gefasel anhören! Na los! Worauf warten Sie! Sehen Sie mich nicht an wie irgend so ein verschrobener Klappsmühlen Insasse!"
Mit diesen Worten stieg sie direkt in das Taxi ein und beobachtete Roman wie eine Schlange ihre Beute betrachtet, kurz bevor sie sich auf sie stürzt.
"Dämliche alte Mistkuh... wüsste ich nicht, dass sie meine letzte Fahrt für diese Nacht sei, würde ich sie augenblicklich aus meinem Taxi zerren und....", malte sich Roman in seinen Gedanken aus, während er das Gepäck im Kofferraum verstaute.

Anschließend setzte er sich hinters Steuer.
"Wohin solls gehen?"
"Alderney! Und zwar flott!", fauchte die Alte zurück.
Leise vor sich hinschimpfend startete Roman den Motor.
"Haben Sie etwas gesagt?!", fragte der Fahrgast agressiv.
"Nein, nein, ich... ich habe nur überlegt wo ich am besten lang fahre.... hehehe." Roman verdrehte die Augen und drehte das Radio lauter, damit er in Seelenruhe seine Flüche loslassen konnte.

Die Straßen waren leer. Einzig und allein die Müllabfuhr und die Polizei sah man an der einen und anderen Ecke mal stehen. Zweiteres auffällig häufig mit Kaffee und Hotdogs am Straßenrand parkend.
Romans Augen wurden minütlich schwerer und an jeder roten Ampel drohten sie endgültig zusammenzufallen. Er versuchte das Geschnatter der alten Frau auf der Rückbank zu ignorieren, die sich darüber auslies, wie gefährlich die Straßen heutzutage seien und dass sie sich morgen eine Waffe im "Ammo Nation" bestellen würde. Grummelnd zustimmend und doch zugleich abwesend drehte Roman das Radio erneut lauter.
Endlich in Alderney angekommen, das Gepäck und den Fahrgast ausgeladen und das Fahrtgeld kassiert, wollte er nur rasch auf einen Parkplatz fahren um dort einen kurzen Schlaf zu halten. Nur eine Stunde und er wäre wieder hellwach.
Doch in diesem Moment erhielt er über Funk eine Nachricht von seinem Vorgesetzten Vlad.

"Hey Fettsack! Hast du endlich deinen letzten Fahrgast abgeliefert? Wurde auch Zeit! Meine Oma wäre ja schneller damit fertig gewesen und die ist dreimal so fett wie du", kam eine kratzige Stimme aus dem Funkgerät.
Roman griff nach dem Sprechelement und antwortete.
"Ja , hehe, der war gut Vlad. Also... ähm... ich glaube ich kann jetzt meine Schicht beenden, oder?"
Roman biss sich auf die Unterlippe. Das waren diese Momente wo er einfach nur hoffte, dass ein knappes "Ja" folgen würde.
"Von mir aus, Fettarsch..."

Roman legte das Sprechelement zur Seite und atmete tief durch.
"Endlich Schluss."
Eine letzte Tour musste er aber noch machen. Zum Internetcafé in Hove Beach, wenige hundert Meter von seiner Wohnung entfernt.
Er betrat es, grüßte die Angestellte und ging zum nächstbesten freien Computer. Das E-Mail Fenster war schnell geöffnet und sofort sah er eine neue Nachricht von seinem Cousin Nico, der noch in Europa lebte.



"Hallo Roman!
Danke für deine letzte Nachricht. Du scheinst ja wirklich ein tolles Leben zu leben. Den amerikanischen Traum, wie du ihn immer wolltest, nicht wahr? Ich habe zur Zeit ein Angebot für eine Stelle auf einem Frachter bekommen. Wir werden kreuz und quer in Europa und Asien Waren transportieren und in einigen Monaten vielleicht auch mal nach Amerika kommen. Ich werde sehen, ob ich dann vielleicht einen Landgang mache und dich in der Villa besuchen komme, von der du immer so viel erzählst. Vielleicht aber werde ich auch länger da bleiben. Europa ist ein zu heißes Pflaster für mich geworden. Viele Probleme und das übliche eben.
Freue mich, wenn du dich wieder meldest.
Dein Cousin,
Nico"

Roman vergrub das Gesicht in den Händen.
"Er kommt her. Er kommt her. Er wird sehen was für ein beschissenes Leben ich führe.... aber nein. Er hat gesagt in ein paar Monaten und auch nur vielleicht ...", flüsterte Roman in das Dunkel seiner Hände.
Sofort legte er sie an die Tastatur und begann zu tippen.



"Hey Nico!
Freut mich, dass du Arbeit gefunden hast. Wie geht es deiner Mutter denn so? Hoffentlich gut.
Was mein Leben hier in den Staaten angeht, hast du absolut Recht. Hierher auszuwandern, war die beste Entscheidung meines Lebens. Allein schon diese Nacht war wieder ein Knaller. Zuerst habe ich zwei super scharfe Bräute in einem der teuersten Tanzklubs der Stadt aufgegabelt, habe sie dann mit meinem SuperGT (besitze übrigens auch einen bordeaux roten Comet und für die Geschäftsreisen im Land einen PMP600 in silber metallic) zu mir in die Villa gebracht und dort haben wir es die ganze Nacht getrieben. Diese Barbara, eine der beiden, .... also Nico. Wenn du die gesehen hättest. Die hatte Argumente, darin wolltest du einfach nur sterben und eine Saugkraft wie ein Staubsauger! Das Leben in Amerika ist einfach toll. Grenzenlos und frei!
Bis dann,
Roman"

Mit einem befriedigten Lächeln verließ Roman das Internet Café und fuhr zu seiner Wohnung, direkt neben einer Hochbahn. Das Appartment war klein und verdreckt. Er zog die Couch zu einem Bett aus und legte sich hin.
Wer weiß, vielleicht wäre er wirklich ein geliebter, millionenschwerer Neureicher, wie er es Nico immer beschrieb, wenn er am nächsten Morgen einfach nur die richtigen Karten beim Pokern erwischt.
Nicht so wie beim letzten Mal.
Und dem Mal davor.
Oder dem Mal vor dem einen Mal.

Donnerstag, 26. März 2009

Demnächst Bei Aftergame Stories:

16+ Geschichten

und

Eigene Geschichts-Reihe zu kaufen
"Das Schloß ohne Namen"

Altairs Schicksal

Altairs Schicksal

Als Altair nun seinem schlimmsten Gegner gegenüber stand,
dachte er für einen kurzen Moment an das entscheidenste
Erlebnis seiner Kindheit und obwohl diese Erinnerung
nur einige Sekunden andauerte, kam es ihm beinahe wie eine
Ewigkeit vor.

Er sah sich, flüchtend durch die Stadt Masyaf rennen.
Flüchtend vor dem Obsthändler gefolgt von den Stadtwachen.
plötzlich sah er vor sich eine Menschenmenge, während
seine Verfolger verdächtig näher rückten.
Er versteckte sich in der Menschenmenge und hoffte, dass
ihn die Wachen nicht beim Hineinlaufen gesehen hatten.
Aus seinem Versteck konnte er beobachten wie ein Mann,
der in eine weiß bis blaugraue Kutte gekleidet war, eine der
Wachen scheinbar mit seinem Handgelenk erstach, um so die
Aufmerksamkeit der Wachen von Altair auf ihn zu lenken,
auf eines der vielen Häuser kletterte und verschwand.
Die Wachen folgten ihm zwar auf das Dach, jedoch war der
seltsame Mann mit der Kutte schon längst verschwunden.

Auch im weiteren Verlauf seines Lebens begegneten ihm
immer mehr dieser Männer in Kutte.
fast so als würden sie ihn beobachten.
Eines Tages wagte sich Altair einen dieser Männer zu
verfolgen.
Dieser führte ihn auf direktem Weg zum höchsten Punkt von
Masyaf, wo Altair plötzlich vor einem großen Tor einer
großen, mächtigen Festung stand.

Plötzlich öffnete sich das Tor mit einem lauten Knarren
und ein alter Mann mit einerschwarzen Samtrobe trat aus
der Festung.
Sein faltiges, zeitgezeichnetes Gesicht war zur Hälfte mit
einem grauweißen, mittellangen Bart bedeckt.
Er kam genau auf Altair zu und blieb direkt vor ihm stehen,
doch Altair rannte nicht weg.
Er hatte keine Angst.
Dieser Mann strahlte etwas vertrautes aus.

Er sprach zu Altair:"Wilkommen Altair".
Seine Stimme klang tief, alt und kratzig, als wenn er längere
Zeit nicht gesprochen hätte.
"Komm herein", "Wir haben dich erwartet", hallte seine Stimme
durch den mächtigen Torbogen.
"Woher kennt ihr meinen Namen?", fragte Altair erstaunt.
"Ich weiss mehr über dich als du zu denken vermagst",
antwortete der Mann in schwarz.
"Wer seid Ihr?", fragte Altair während er durch das mächtige
Tor trat.
"Mein Name ist Al Mualim".

Altair stockte der Atem als er das Innere der Festung sah.
es war fast wie eine Druckwelle die beim Eintreten mit
voller Kraft auf ihn einschlug.
Sie sah im Inneren noch deutlich größer und majestätischer
aus als von außen.
In der einen Ecke standen ein paar Männer und trainierten
den Schertkampf.
In der anderen Ecke ein paar KinderUngefähr im selben Alter
wie Altair.

Al Mualim trat auf eine höher gelegene Terrasse.
"Wir sind der Orden der Assassinen".
"Wir kämpfen für Frieden... in allen Dingen".
Diese Worte schwirrten Altair noch einem Moment im Kopf herum.
Nachdem sie verflogen waren fühlte er sich stark genug,
seinen Wiedersacher zu erlegen.